Ducati Zwangssteuerung und moderner Automotor - Probleme

Zwangssteuerungen

Bei einem Einbau des Ducati Ventiltriebs in einen Automotor würde sich der erhöhte Bauraumbedarf, besonders die Zylinderkopfhöhenzunahme, stark nachteilig auf den Fußgängerschutz auswirken (neue EU Richtlinien und Crashgesetze). 
Die Ducati Vorrichtung zur desmodromischen Steuerung hat sich zwar bewährt, ist aber, insbesondere für eine mehrzylindrische Hubkolbenbrennkraftmaschine zu aufwendig in der Herstellung, da pro Gaswechselventil zwei Kipphebel mit entsprechenden Lagerungen erforderlich wären. 
Weiters ist der Raumbedarf sehr groß, so dass sich diese Vorrichtung für mehrzylindrische Hubkolbenbrennkraftmaschinen nicht eignet (Quelle: Patent DE102006012787; Schaeffler KG, 91074 Herzogenaurach, DE). 
Bei zwangsgesteuerten Ventiltrieben mit Zwischengliedern, insbesondere mit Schlepphebeln oder Kipphebeln, die beispielsweise in Motorrädern wie der Ducati eingesetzt werden, ist eine händische Einstellung des Ventilspiels erforderlich, um den Motor vor Beschädigungen zu bewahren. 
Das Einstellen des Ventils ist notwendig, da am Ventilsitz und an den Gleit- und Kontaktflächen Verschleiß auftritt, die verwendeten unterschiedlichen Materialien unterschiedlichen, thermisch bedingten Größenänderungen unterliegen, größere Toleranzen bei der Fertigung einer größeren Anzahl von zusammenwirkenden Elementen vorliegen, wobei vor allem die Maßhaltigkeit der für die Rückführung in die Schließstellung vorgesehenen Nockenbahn schwierig ist, und eine größere Anzahl von Spielstellen gegeben ist.
Die Ventileinstellzeiten bei der 4-Zylinder und 4-Ventiler Ducati Desmosedici betragen laut Händlerauskunft ca. 7 bis 8 Stunden, was Werkstattkosten von ca. EUR 700,- entspricht. Das Einstellen oder Kontrollieren der Ventile ist ca. alle 15.000km notwendig. Da es sich bei diesen Motorrädern um in sehr geringen Stückzahlen produzierte, von Motorradliebhabern benutzte, relativ teure Motorräder handelt wird dies akzeptiert. Dies gilt auch für ein mögliches Ventilklappern aufgrund des Ventilspiels, welches zudem von den relativ lauten Motoren meist übertönt wird.
Bei modernen Automotoren verhält es sich aber anders. Das durch Ventilspiel erzeugte Geräusche (Ventilklappern) und das Einstellen der Ventile mit einem Intervall von ca. 15.000km und die damit verbunden Kosten sind bei heutigen in großer Stückzahl produzierten Autos klar ein Wettbewerbsnachteil und werden von gegenwärtigen Autobesitzern schwer akzeptiert. Moderne Motoren für Autos sollen leise und wartungsarm (Ölserviceintervall 30.000km oder mehr) - bei möglichst geringen Wartungskosten - sein. Selbst das Wechseln eines Zahnriemens alle 120.000km oder mehr, welches ungefähr gleiche Kosten wie das Einstellen von 16 Zwangssteuerungsventilen verursacht, wird von den heutigen Kunden klar als Nachteil gesehen. Zudem benötigen Ventiltriebe mit mechanischem Ventilspiel längere Nockenrampen bzw. an diese angepasste Ventilsteuerzeiten, welches sich nachteilig auf die immer strenger werdenden Abgasvorschriften auswirken.
Bisher ist es den Motorenbauern nicht gelungen die Vorteile einer Zwangssteuerung mit dem wartungsfreien hydraulischen Ventilspielausgleich (kurz: HVA) zu kombinieren, welcher bei fast allen modernen Verbrennungsmotoren für Autos zum Stand der Technik gehört.

Die Lösung hierfür ist die Desmo5 von Inventus:  mehr >>